BeGREIFEN erlaubt...
So könnte das Motto des 1962 in Düsseldorf geborenen Bildhauers Joachim Frömbgen lauten, fragte man sich nach seiner Intention seiner Arbeiten. Die Betonung liegt vor allem an der zweiten Silbe des Wortes . . .
"Wichtig ist mir"; so Jo Frömbgen selbst, "dass der Betrachter durch die jeweilige Formgebung meiner Arbeiten zum Anfassen oder Erfühlen der Formen bewogen wird".
Dieses BeGREIFEN ist es dann auch, das den tieferen Zugang zu den Werken erlaubt. Es stellt den emotionalen Bezug des Betrachters zum Betrachteten her und genau das ist die Aussage, die sich hinter den Plastiken verbirgt. Die Schaffung von Beziehungen zwischen Mensch und Natur und Menschen untereinander sind das, was Jo Frömbgen interessiert und was Ihn abzubilden reizt.
In seinem Atelier auf einem ehemaligen Bauernhof, inmitten der idyllischen Düsselauen, einer natürlichen, gewachsenen Umgebung erlebt er die Materialien, die ihm unter den Meißel geraten auf besondere Weise. In der Ruhe und Geborgenheit einer alten Landschaft verschafft ihm oftmals gelassene Betrachtung der Rohsteine die Erkenntnis der darin verborgenen Form, die es "nur" noch herauszuschlagen gilt. Ein Beispiel sind die von Jo Frömbgen gefertigten Maskensteine.
Die so genannten Lichtobjekte hingegen gebiert die Restriktion. Diese Arbeiten weisen eher die Grenzpunkte der manuell möglichen Steinbearbeitung auf.
In seinem eigenen Atelier lässt Jo Frömbgen die Werke vor allem in der Einheit mit der sie umgebenen Natur wirken und erschafft damit einen zusätzlichen sinnlichen Aspekt für die Besucher.
Wohin auch immer Jo Frömbgen die Inspiration leiten mag, in all seinen Arbeiten bleibt sein tiefes Interesse an der Interaktion von Mensch und Welt spürbar.
Maria Beerscht
Der Bildhauer Joachim Frömbgen verarbeitet bei seinen Skulpturen gerne schon einmal genutztes Material (überwiegend Natursteine), um daraus neue Formen entstehen zu lassen.
Seine Werke kommen durch Licht bzw. Schatten besonders gut zur Geltung und die anschließende äußere Zeiteinwirkung beschleunigt er optisch mit natürlich dunklen Farbpigmenten, wodurch gleichzeitig seine Arbeitsspuren im Material betont werden.
Seine Werke werden dabei zu Wesen, die einen eigenen Klang in ihrem Inneren zu haben scheinen.
Bärbel Brandtner

